P 124 – Traglast von Verbund-Durchlaufträgern für den Hoch- und Industriebau unter besonderer Berücksichtigung einer nachgiebigen Verdübelung

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Beschreibung

P 124 – Traglast von Verbund-Durchlaufträgern für den Hoch- und Industriebau unter besonderer Berücksichtigung einer nachgiebigen Verdübelung

Unter Ausnutzung ihrer Querschnitts- und Systemreserven können durchlaufende Verbundträger plastisch bemessen werden, wenn die gerückten Teile der Stahlprofile die Anforderungen der Klasse 1 erfüllen.
Bei der Klasse 2 zugeordneten schlanken Querschnitten konnten bisher nur die plastischen Reserven ausgenutzt werden. Für Verbundträger kann das von Nachteil sein, da die Haupttragfähigkeit im Prinzip durch den Feldquerschnittbereich bestimmt wird. Sie kann aber dann nicht ausgeschöpft werden, wenn die Umlagerungen der Stütz quer schnitte in das Feld eine Verfolgungsgrenze setzen.
Es war daher trotz der herrschenden Beulgefahr wünschenswert, auch bei Querschnitten der Klasse 2 große plastische Verformung an den Innenstützen zuzulassen. Das ist gelungen. Dabei ist allerdings zu beachten, daß der Stützquerschnitt in solchen Fällen rechnerisch reduziert werden muß. Es war ein Ziel dieses Forschungsvorhabens, festzustellen, wie sich eine solche Reduktion auf die Traglast auswirkt. Am Zweifeldträger mit mittiger Einzellast wurde nachgewiesen, daß die Reduktion von Mpl,s auf 80 % infolge örtlicher Instabilität die Traglast nur um 4 % reduziert.
In Fällen, wo die plastische Null-Linie hoch liegt und damit der Feldquerschnitt duktil wird kann, wie ausgewiesen wird, die Traglast sogar zunehmen, falls der Stahlträger im Feld in den Verfestigungsbereich überführt wird.
Die Arbeit hat ferner erbracht, daß die Fließgelenktheorie bei durchlaufenden Stahlverbundsystemen der hier vorliegenden Art auch dann in Ansatz gebracht werden kann, wenn die Walzprofile nur die Anforderungen der Klasse 2 erfüllen. Sind die Träger im Bereich der Stützmomente ausreichend verformbar, kann also – bei rechnerischer Reduzierung des Stützenquerschnitts -die volle Momentenumlagerung in Rechnung gestellt werden.
Da die Versuche an Walzträgern mit vollständiger Verdübelung und beidseitigen Auflagersteifen durchgeführt wurden, zeigte sich weiterhin, daß die Biegetragfähigkeit auch infolge der gleichzeitig wirkenden Querkraft nicht abgemindert werden muß. Die Versuche gelten speziell für die hier untersuchten Warmwalzträger entsprechender Abmessungen, sowie unter den sonstigen ausgewiesenen Voraussetzungen. Für höhere Träger, wo u.U. Biegedrillknicken zu erwarten ist, müssen besondere Versuche angesetzt werden.
STUDIENGESELLSCHAFT FüR ANWENDUNGSTECHNIK VON EISEN UND STAHL e.V.

Veröffentlichung:
1987

Autoren:
Prof. Dr.-Ing. H. Bode, Dipl.-Ing. W. Fichter, Dipl.-Ing. J. Schanzenbach, Dipl.-Ing. H.-J. Uth