P 197 – Stahlverbundträger für den Industriebau mit großen Stegöffnungen

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ISBN: 3-930621-30-4 Artikelnummer: 067f5665d56d Kategorien: ,

Beschreibung

P 197 – Stahlverbundträger für den Industriebau mit großen Stegöffnungen

Für Gebäude, bei denen ein mittlerer und hoher Installationsbedarf besteht, werden immer häufiger Träger- Deckenkonstruktionen in Verbundbauweise geplant und ausgeführt. Die Effizienz dieser Bauweise läßt sich noch beträchtlich steigern, wenn dabei die erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen in Höhe der Trägerstege und möglichst auflagernah geführt werden. Die optimale Führung dieser Leitungen und Kanäle ist wirtschaftlich notwendig, was durch ausreichend groß e Stegöffnungen erzielt werden kann.
Das Trag- und Versagensverhalten im Bereich der Öffnung war bisher zu wenig erforscht. Weder deutsche Normen noch der Eurocode 4 enthalten geeignete Regelungen oder Empfehlungen zu dieser Anwendung.
Ziel des Forschungsprojektes war es, die aus den sekundären Effekten resultierenden komplexen Beanspruchungszustände (z. B. Interaktion Querkraft-Biegemoment- Normalkraft) zu untersuchen. Dazu wurden 15 großmaßstäbliche Traglastversuche an Einfeldträgern mit großen, verstärkten Stegöffnungen durchgeführt.
Zum ersten Mal wurden dabei auch Öffnungen im negativen Biegemomentenbereich untersucht, da Öffnungen in Stützennähe auch durch ein negatives Biegemoment beansprucht werden können. Durch Variationen wichtiger Einflußgrößen wie – horizontale und/oder vertikale Steifen an den Öffnungsrändern

– Kammerbeton
– Öffnungsform und -geometrie und
– Längsbewehrungs bzw. Verdübelungsgrad

wurden Träger konzipiert, an denen das Trag- und das Versagensverhalten experimentell erforscht wurde.
Zur rechnerischen Bestimmung der Tragfähigkeit wurde ein auf der Balkentheorie basierendes Modell entwickelt. Da die Untersuchungen mit einem ebenfalls an der Universität Kaiserslautern durchgeführten, von der DFG unterstützten Forschungs-Projekt über grundlegende Untersuchungen an Verbundträgern mit unversteiften Stegöffnungen im Zusammenhang stehen, konnten insgesamt 29 Traglastversuche nachgerechnet werden. Insbesondere dadurch, daß auch der Betongurt zur Aufnahme der sekundären Biegemomente und Querkräfte herangezogen wurde, lieferten die Vergleichsberechnungen eine gute Übereinstimmung zwischen Versuch und Theorie. Rechnerisch durchgeführte Vergleiche lassen erkennen, auf welche Art und Weise und in welcher z.T. beachtlichen Größe Tragfähigkeitssteigerungen möglich sind, wenn man gezielt Verstärkungsmaßnahmen einsetzt.
STUDIENGESELLSCHAFT STAHLANWENDUNG e.V.

Veröffentlichung:
1994

Autoren:
Prof. Dr.-Ing. H. Bode, Dipl.-Ing. J. Stengel