P 986 – Strategien zur Minimierung der Verzugspotentialträger (wärmebehandelte Präzisions-Langprodukte)

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P986

ISBN: 978-3-942541-21-3 Artikelnummer: P986 Kategorien: ,

Beschreibung

P 986 – Strategien zur Minimierung der Verzugspotentialträger (wärmebehandelte Präzisions-Langprodukte)

Der Bauteilverzug wärmebehandelter Halbzeuge und Produkte stellt einen gravierenden Mangel und vielfach einen ernsten Wettbewerbsnachteil dar, sofern gewünschte Qualitätsansprüche an Bauteilpräzision und Formstabilität nicht gewährleistet werden.
Die technisch-wirtschaftliche Bedeutung des Bauteilverzugs veranlasste bereits die AWT im DFG-Sonderforschungsbereich 570 “Distortion Engineering -Verzugsbeherrschung in der Fertigung“ zur Identifikation und systematischen Einordnung der Verzugspotentialträger rotationssymetrischer Bauteile. Für Präzisions-Langprodukte ist eine adäquate Systematisierung der Verzugspotentialträger zwingend, wobei diese nach Entstehungsort und ggf. nach Einflussgröße identifiziert werden sollen.
In diesem Projekt wurden die sichtbaren und vermuteten Verzugspotentialträger in der Fertigungskette der untersuchten Betriebe (Schneeberger GmbH, Linearlagerproduzent; Zollern GmbH & Co. KG, Stahlprofil-produzent; Härterei Reese Brackenheim GmbH, Härterei) identifiziert, nach Bedeutung bewertet und Opti-mierungspotentiale aufgezeigt. Zu diesem Zweck wurden in dieser Studie die Fertigungsprozesse von Prä-zisionslangprodukten aus Werkstoffen wie 58CrMoV4 (1.7792), 90MnCrV8 (1.2842), 100CrMo7-3 (1.3536) und 100Cr6 (1.3505) untersucht.
Ein echter Mehrwert, den Bauteilverzug beherrschbar zu gestalten und damit über die gesteigerte Produktqualität den Kundennutzen zu stärken liegt zum einen in gemeinsam zwischen den Partnern abgestimmten technischen Lieferbedingungen (TLB). Die Regularien hierfür sind offenbar durch Normenwerke und Wärmebehandlungsvorschriften hinreichend vorgegeben. Maßnahmen für Prozessverbesserungen bei den vor- und nachbehandelnden Werken (hier Zollern als Profillieferant und Reese als Wärmebehandler) kön-nen zu diesem Stadium der Studie noch nicht abschließend festgelegt werden. Ein großes Potential liegt womöglich in der eindeutigen Identifikation der Gefügebestandteile und der Eigenspannungszustände der Vorprodukte, der beim Linearlagerproduzenten veredelten Produkte sowie ggf. den bei der Härterei nachbehandelten Produkte.
Die betrieblich und technisch konsequente Maßnahme außerhalb der Regelwerke liegt, insbesondere für den Linearlagerproduzent, in der Installation eines (berührungslosen) Prüfsystems zur Eigenspannungsmessung als wichtigster Indikator für den Bauteilverzug während der Veredelungsprozesse seiner Langprodukte.Das Forschungsprojekt wurde am VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH, Düsseldorf, mit fachlicher Begleitung und mit finanzieller Förderung durch die Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V., Düsseldorf, durchgeführt.

Veröffentlichung:
2012

Autoren:
R. Sievering, R. Orosz, T. Reichardt, W. Holzäpfel